Die markante Architektur der Neckarpromenade zieht zunehmend Parkour-Sportler an, die Mauern, Brüstungen und Vorsprünge unserer Anlage als Trainingsgelände nutzen. Wir versehen die Faszination, aber die Neckarpromenade ist kein Sportplatz: Sie ist das private Zuhause von über 3.000 Menschen und zugleich Standort mehrerer Berufsschulen. Die Fußgängerebene ist Schulweg und Pausenhof zugleich: Täglich begegnen sich hier Bewohner aller Generationen und viele Schülerinnen und Schüler, die die Ebene in den Pausen nutzen. Hier ist kein Platz für Sprünge von Mauern und Brüstungen.
Ausgezeichnete Architektur ist kein Trainingsgelände
Die Anlage ist zudem ein Stück Mannheimer Baugeschichte: Das mehrfach vom Bund Deutscher Architekten ausgezeichnete Gesamtensemble aus Terrassenhäusern, Wohntürmen, Schulen und Fußgängerebene ist ein charakteristisches Zeugnis der Architektur der 1970er Jahre und eines der letzten von der Neuen Heimat durchgeführten Projekte. Die Eigentümer und Bewohner pflegen und erhalten die Anlage seit bald fünf Jahrzehnten mit erheblichem Aufwand: Jede Beschädigung verursacht Kosten, die von der Gemeinschaft getragen werden müssen. Sichtbetonkanten, Brüstungen, Pflanzbecken und die Aufbauten sind für die stoßartigen Belastungen durch Sprünge und Ausläufe nicht ausgelegt; Absplitterungen an der gestalterischen Substanz lassen sich oft nicht orignalgetreu reparieren. Auch die Grünanlagen und bepflanzten Bereiche, die mit viel Hingabe gepflegt werden, dienen als Lande- und Sprungfläche und nehmen dabei Schaden. Was aus Sportlersicht ein Hindernisparcours ist, ist aus unserer Sicht ein gepflegtes, schützenwertes Ensemble.
Hinzu kommen die unmittelbaren Folgen: Lärm direkt an Wohnungen, Gefährdung von Passanten auf der Fußgängerebene und ein erhebliches Verletzungsrisiko für die Sportler selbst. Die Konstruktion ist nicht für solche Belastungen gebaut und niemand kann garantieren, dass eine Brüstung oder Abdeckung einem Sprung standhält. In jüngster Zeit werden auch die Baugerüste an den Hochhäusern und Schulen zum Klettern genutzt – das ist lebensgefährlich. Ein Sturz kann schwerste Folgen haben und im Ernstfall stellen sich schwierige Haftungsfragen.
Damit kein Missverständnis entsteht
Uns erreich gelegentlich die Annahme, das Training sei wir zumindest geduldet. Das ist es nicht, auf keiner Fläche der Anlage: Die Wohnbereiche, die Grünflächen, Terrassen und Gerüste sind Privatgelände, deren Nutzung nicht gestattet ist. Dass auch die Stadt Mannheim unerwünschte Nutzungen der Anlage nicht duldet, hat sie bereits gezeigt: Anfang Juli schritt der Kommunale Ordnungsdienst bei einer großen Zusammenkunft ein. Es gibt an der Neckarpromenade also keinen Ort, an dem Parkour-Training erlaubt oder geduldet ist.
Unser Apell an die Parkour-Community
Wir haben Respekt vor eurem Sport, denn gerade ihr habt ein Auge für besondere Architektur. Bitte respektiert, dass diese Anlage bewohnt, gepflegt und erhaltenswert ist: Trainiert nicht in der Wohnanlage, nicht an Gebäuden und Grünanlagen und keinesfalls an den Gerüsten. Mannheim bietet euch mit dem Parkour-Park auf dem Spinelli-Glände eine der größten Anlagen Europas, eigens für euren Sport gebaut und unter Mitwirkung der Parkour-Szene gestaltet. Dort gehört das Training hin. Sprecht das bitte auch in euren Gruppen an.
Die Interessengemeinschaft hat die Betreiber der ansässigen Parkour-Angebote angeschrieben und steht mit allen Eigentümern an der Neckarpromenade, dem Kommunalen Ordnungsdienst, sowie der Jugendförderung der Stadt Mannheim in Kontakt. Unser Ziel ist klar: Der Sport hat in Mannheim seinen Platz – aber nicht hier an der Neckarpromenade.
Was Sie als Bewohner tun können
Sprechen Sie Trainierende ruhig und freundlich an: Vielen ist nicht bewusst, dass das Training hier weder erlaubt noch geduldet ist. Melden Sie uns Vorfälle mit Datum, Uhrzeit und Ort an miteinander@ig-neckarpromenade.de (Fotos bitte ohne erkennbare Gesichter). Bei akuter Gefahr oder Sachbeschädigung ist die Polizei oder der Kommunale Ordnungsdienst die richtige Anlaufstelle.
Über Neuigkeiten aus den Gesprächen informieren wir an dieser Stelle.
